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Nominiert für den Ultimate Trash Site Award 
Lobende Erwähnungen

Für Astrologie- und Esoterikgläubige gelten bekanntlich ganz besondere Gesetze. Um überzeugend zu wirken, müssen sie leider aber auch in der diesseitigen Welt ihre Alltagstauglichkeit beweisen. Damit kann man es sich nun auch unnötig schwer machen. Zum Beispiel dadurch, dass eine Gestaltung gewählt wird, die nach diesseitigen Maßstäben eher jenseitig wirkt. Trotzdem bleibt auch im Zusammenhang mit Lichtweg noch Hoffnung. Dass sich eine Raupe zum Schmetterling entwickeln kann, ist ja keine Exklusiverkenntnis der Esoterik, sondern durchaus eine handelsübliche Erfahrung.

 
Wenn ein Frisörbetrieb für sich in Anspruch nimmt "klassisches Salon-Ambiente der sechziger Jahre" zu bieten, liegt es natürlich nahe, die saloneigene Internetpräsenz ebenfalls im Retrolook zu gestalten. Was allerdings ausgesprochen schwierig ist, weil es das Internet damals ja noch nicht so richtig gegeben hat. Deshalb muss man wohl damit zufrieden sein, dass sich die optische Anmutung des Salon Iris zumindest wie aus einer Zeit präsentiert, in der die Grafikbearbeitungsprogramme noch nicht erfunden waren.

 
Heute spricht ja niemand mehr im Ernst von blühenden Landschaften im Osten. Wie diese Parole gemeint war, vermittelt polargarten.de aber trotzdem ansatzweise. Sofern die Anzeichen nicht in die Irre führen, soll damit für eine gastronomische Einrichtung im ehemaligen Karl-Marx-Stadt Werbung gemacht werden. Trotz des massiven Einsatzes mehrerer Webcams gelingt dies zwar nur bedingt. Auf jeden Fall kommt aber immerhin rüber, dass die Gewerbebetriebe im Osten Deutschlands noch nicht vollständig pleite sind. Was im Sinne der blühenden Landschaften auch schon eine gute Nachricht ist.

 
 
Nominiert für den Ultimate Trash Site Award

"Hätten die Menschen keine Bäume, hätten sie auch das Feuer nicht entdeckt, und somit auch nicht die Dampfmaschine erfunden und somit auch keine Maschinen zur Stromerzeugung nutzbarmachen können, also auch keine Computer gebaut. Dann gäbe es auch kein Internet." Im Vergleich zur Schlüssigkeit dieser Beweiskette muten Erkenntnisse wie "Cogito ergo sum" logischerweise wie vernachlässigbare Zwischenergebnisse auf dem Weg zum höchsten Gipfel der Deutungslehre an. Noch spannender ist aber, dass der philosophische Olymp von einer Person beherrscht wird, die bislang von der Fachöffentlichkeit nicht wahrgenommen worden ist. Und um die Überraschung auf die Spitze zu treiben, handelt es sich bei Wolfgang Martin sogar um jemandem, der darauf angewiesen ist, ein Internetcafè zu benutzen, um Seiten wie Kommunizierende Energie zu gestalten und damit mehr als zweitausend Jahre Philosophiegeschichte zu einem bedeutungslosen Vorgeplänkel seiner ultimativen Einsicht in das Wesen der Bäume zu machen. Wunder gibt es eben immer wieder.

 
 
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© Jürgen Graf. Angelegt am 17.07.06