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Nominiert für den Ultimate Trash Site Award 
Lobende Erwähnungen

Wenn jemand ein "Aufklärungsportal für Frauen und Mädchen" sowie die achthunderttausendste Traumfrauenseite betreibt, ist das ja schon eine etwas merkwürdige Kombination. Noch mehr kann man sich wundern, wenn zum "Schutz vor Abmahnungen" zwar neuerdings auf das Ausstellen von Bildern verzichtet wird, diese aber gern per Mail zugeschickt werden. Die Krönung des Online-Imperiums, über das Michael Stolle herrscht, dürfte aber seine Welt des Wissens sein. "260.000 Daten des Wissens für den Alltag" werden dort versprochen. Dass tatsächlich in diesem Umfang Informationen angeboten werden, wollen wir jetzt einfach mal glauben. Und zwar auch deshalb, weil Zahlen ohnehin völlig belanglos sind, wenn sich qualitative Zweifel geradezu aufdrängen.

 
Jeder, der sich noch an die eigene Jugend erinnern kann, kennt ja das Phänomen: Irgendwann ist es eben schwer angesagt, den Rest der Welt durch markige Ansagen beeindrucken zu wollen. Deshalb kann man der Tighten Vernichtungs Krue noch nicht einmal richtig böse sein, wenn Ausdrucksformen, die es angeblich in amerikanischen Ghettos gibt, ohne Rücksicht auf Verluste auf die hiesigen Verhältnisse übertragen werden. Streng genommen, ist sowas sogar eher zum Kaputtlachen. Und zwar auch deshalb, weil Wichtigheimergetue dieses speziellen Hiphop-Kalibers sich in der heutigen Zeit objektiv noch nicht einmal dazu eignet, Erstklässler zu erschrecken.

 
Wie es sich für einen Verband der kreisfreien und kreisangehörigen Städte gehört, ist der Hessische Städtetag für alle möglichen Bereiche des öffentlichen Lebens zuständig. Laut dem Geschäftsverteilungsplan gehören dazu unter anderem die Gebiete Datenverarbeitung, Medienpolitik und Neue Informations- und Kommunikationstechniken. Glücklicherweise aber auch der Katastrophenschutz. Womit zumindest schon geklärt ist, welches Ressort sich federführend um die Überarbeitung des Internetauftritts der hessischen Kommunallobbyisten zu kümmern hat.

 
 
Nominiert für den Ultimate Trash Site Award

Weil das Internet in erster Linie für Exhibitionisten erfunden worden ist, liegt String-Emil (auch hier zu finden) mit seiner Selbstdarstellung natürlich voll im Trend. Umso unverständlicher mutet es daher erst einmal an, dass sein Provider ihn dazu nötigt, bestimmte Angebote nur nach Zahlung einer kleinen Gebühr zugänglich zu machen. Womit bei genauerer Betrachtung jedoch Zeitgeisthöhe bewiesen wird. Schließlich sollen heute mit dem Internet verstärkt unmittelbare Gewinne generiert werden. Im vorliegenden Fall allerdings noch mit einem kleinen Schönheitsfehler. Der kostenlos angebotene Content hat nämlich bereits derart viel zu bieten, dass vom Rest eigentlich keine entscheidende Steigerung des Lustgewinns zu erwarten ist. Emil sollte also noch einmal darüber nachdenken, ob sein Geschäftsmodell bereits ausgereift ist.

 
 
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© Jürgen Graf. Angelegt am 20.07.04